Gipsfiguren

Im Park

 

Ein ganz kleines Reh stand am ganz kleinen Baum

Still und verklärt wie im Traum.

Das war des Nachts elf Uhr zwei.

Und dann kam ich um vier

Morgens wieder vorbei,

Und da träumte noch immer das Tier.

Nun schlich ich mich leise - ich atmete kaum -

Gegen den Wind an den Baum,

Und gab dem Reh einen ganz kleinen Stips.

Und da war es aus Gips.

 

Joachim Ringelnatz (1883 - 1934), deutscher Lyriker, Erzähler und Maler

 

Kennen wir das nicht alle, eine Situation die wir nicht sofort durchschauen? Wie gehen Sie damit um? Wie Ringelnatz, die Situation anschauen und die Täuschung erkennen oder füttern Sie die Reh-Gipsfigur, um die Situation zu erhalten?

 

Beispielsweise "umwirbt" Sie jemand, ist freundlich zu Ihnen. Welche Möglichkeiten gibt es, der Mensch mag Sie und ist deshalb freundlich oder er ist "nur" freundlich um im beruflichen Bereich einen Auftrag zu erhalten, um Anerkennung oder Aufmerksamkeit zu bekommen. Durchschauen wir es, wissen wir wer uns mag und wer "nur" freundlich ist um seinen Zweck zu erreichen? Fühlen wir uns geschmeichelt und wollen es daher nicht durchschauen sondern fördern die Täuschung noch, füttern wir unsere Reh-Gipsfigur?

Was haben wir davon? Wollen wir uns vor der Ent-Täuschung schützen? Haben wir Angst davor was zum Vorschein kommen könnte? Haben wir Angst davor, zu sehen wer wir sind?

 

 

 

Wie wäre es denn, wenn Sie sich für 2016 einen etwas anderen Vorsatz vornehmen und genauer hinsehen wo in Ihrem Leben Gipsfiguren sind? 

 

Jin Shin Jyutsu kann Ihnen dabei auf sanfte Weise helfen. Halten Sie Ihren kleinen Finger. Jede Seite jeweils 20 Minuten am Tag.

 

Der kleine Finger steht für Bemühung. Nach außen hin etwas anderes zeigen, als wir uns im inneren fühlen.

Es unterstützt uns dabei unsere eigenen Täuschungen zu erkennen.

 

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Kommentare: 1
  • #1

    Mensch (Montag, 25 April 2016 16:20)

    Unten gesagtes beyieht sich auf den gesamten Blog und nicht nur auf einen Beitrag.

    Marcus Aurelius' Aussage, dass alles mehr als eine Seite hat, heißt alles hat zwei und mehr Seiten, nicht nur gut (gefällt mir) oder böse (gefällt mir nicht)!
    Zudem muss man Menschen vertrauen dürfen! Niemandem darf man seine eigenen Verdächtigungen/Vermutungen vorwerfen, da diese im eigenen Kopf entstanden sind und somit nicht die Gedanken des Gegenübers sind!

    Wer anderen seine Meinung nahebringen möchte ohne sich selbst von mehreren Seiten durchleuchtet/betrachtet zu haben (wozu ein echter Meinungsaustausch mit anderen gehört!) sollte über die Konklusion des Friedrich von Bodenstedt nachdenken: Wer sich beurteilt nur nach sich, gelangt zu falschen Schlüssen – du selbst erkennst so wenig dich, als du dich selbst kannst küssen.

    Von Marcus Aurelius stammt auch: Das Glück deines Lebens hängt von der Beschaffenheit deiner Gedanken ab.
    In diesem Sinn wünsche ich ihnen viele schöne Gedanken, mehr Vertrauen zu ihren Mitmenschen - alles wird gut und sie werden sich von Gottes Hand beschützt und wohl fühlen.

    Ein Mensch, der sich die Zeit nahm ihnen kritisch jedoch mit Empathie zu ihrem Blogg eine Antwort zukommen zu lassen