Geben und Nehmen

Geben ist seliger als Nehmen. Diesen Spruch kennen wir alle. Ist das wirklich so?

Schauen wir uns eine Regenwassertonne an. Sie gibt und gibt und gibt, sie kann aber nur geben, wenn sie auch durch Regenwasser aufgefüllt wird, immer und immer wieder.

Ich habe letztens eine Geschichte im Radio gehört, eine Frau hat spontan für einen Schwarzfahrer im ICE den Reisepreis übernommen. Die anderen Anwesenden haben der Frau dann ihrerseits Geld gegeben. Sie hat selbstlos gegeben und im Gegenzug erhalten und genommen. Würde ich so handeln? Ich weiß es nicht.


Wann gebe ich , wann gebe ich nicht?

Hat der Schwarzfahrer seine Verantwortung nicht übernommen oder war er in Not?

Gebe ich selbstlos wenn ich nichts zurückbekomme?


Für mich hat es sich gezeigt, dass ich nicht nur geben möchte sondern auch etwas zurückhaben, nehmen möchte.  Verstehen Sie mich nicht falsch, es geht nicht um das Aufrechnen von "Geschenken", "oh ich habe von Maria ein Geschenk gekriegt, jetzt muss ich ihr auch was geben" oder "ich habe Maria ein so teures Geschenk gemacht und kriege nur ein paar Kekse". Es geht um das Gleichgewicht, wie die Regenwassertonne kann ich nur geben wenn ich aufgefüllt, genährt bin.


Und ich gebe auch nur dann, wenn ich damit dem Gegenüber die Verantwortung für sich selbst nicht aus der Hand nehme. Gehen wir zurück zum Beispiel mit dem Schwarzfahrer, habe ich das Gefühl er hat es einfach darauf ankommen lassen und nur ein Spiel gespielt, mal sehn ob sie mich erwischen, mal sehn ob jemand für mich zahlt? Dann würde ich ihm die Verantwortung abnehmen wenn ich gebe. Sagt mir mein Gefühl der andere ist schusselig, in Not oder war der Meinung er hat bezahlt, so ist meine Bereitschaft zu geben größer.


Kennen Sie in Ihrem Umfeld Menschen die zu gerne Nehmen und die eigene Verantwortung abgeben? Wie fühlen Sie sich nach einem Treffen mit diesen Menschen? Geht es Ihnen wie mir, ich bin dann müde und weiß nicht so recht warum,


Die Regenwassertonne gibt Wasser, wir geben Zeit, Geld oder Emotionen. Mein Tipp, achten Sie auf Ihre Gefühle und wenn Sie das Gefühl haben nichts geben zu können oder zu wollen, tun sie es nicht.

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