Egoismus


Die Menschen nennen diejenigen Egoisten,
die sich nicht rücksichtslos von ihnen ausbeuten lassen.

Willy Reichert (Schauspieler, Kabarettist 1896 - 1973)



Vor einigen Jahren habe ich eine Freundin im Krankenhaus besucht und mit Ihr einen Tagesausflug gemacht. Wir waren im Raum Calw unterwegs und haben im Raum Pforzheim gewohnt. Meine Freundin bat mich, in den Raum Pforzheim zu fahren, damit sie Geld abheben kann und sich die Gebühr für den anderen Sparkassenbereich sparen kann.

Für mich gibt es beim Egoismus zwei Lebensformen, der Egoismus der nach außen gerichtet ist und bei dem ich versuche dass andere Menschen etwas tun, was mir zum Vorteil gereicht – im Beispiel ist das der Egoismus meiner Freundin, die möchte dass ich sie durch die Gegend fahre, damit sie Geld sparen kann.


Und es gibt für mich den Egoismus der nach innen gerichtet ist und bei dem ich darauf achte, ob eine Situation mit mir übereinstimmt und ich mich damit wohl fühle. Dieser bedeutet einerseits Grenzen setzen, andererseits aber auch die Entscheidungsfreiheit – im Beispiel ist das für mich die Entscheidungsmöglichkeit ihr den Wunsch zu erfüllen oder nein zu sagen. Ich habe damals nein gesagt, da es bei mir - zum Zitat von Willy Reichert passend – ein Gefühl von ausgenutzt/ausgebeutet werden hervorgerufen hat. Meine Freundin war dann sauer auf mich.


Wann folgen wir unserem inneren Egoismus und setzen Grenzen und wann nicht? Was macht es uns manchmal so schwer Entscheidungsfreiheit zu nutzen? Welche Bereicherung habe ich aber auch manchmal daraus zurückzustecken? Sage ich nein, so habe ich gelegentlich unter Konsequenzen zu leiden, da mein Gegenüber seine Wünsche nicht erfüllt sieht - meine Freundin war sauer. Sage ich ja, stecke ich zurück, so sollte ich mich dann nicht darüber ärgern. Ärgere ich mich, dann hilft es sich zu fragen, warum habe ich ja gesagt, was steckt dahinter?

Die Entscheidungsfreiheit und das Setzen von Grenzen, das nein sagen, bringt – aus meinem persönlichen Blickwinkel heraus - auf Dauer Lebensfreude und Wohlfühlen. Wichtig dabei jedoch das Beobachten -
  was möchte ich wirklich, denn ein Zurückstecken im Einklang mit mir selbst ist himmlisch.


Der kleine Finger steht im Jin Shin Jyutsu® für Bemühen. Sich im Außen anders zeigen, als ich eigentlich bin.

Mit dem Halten des kleinen Finger können Sie auf sanfte Weise die Sichtweise auf Ihre eigenen Grenzen wahrnehmen, für sich selbst Grenzentscheidungen treffen und über Ihre Grenzen herrschen.


P.S. Im Duden steht unter anderem bei Egoismus Selbstliebe.



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